„This is me – queer und religiös?"
Ausstellung vom 25. Mai bis 5. Juli 2026
„Wie kannst du gläubig sein und schwul?" – „Deine Religion unterdrückt doch queere Menschen! – warum bist du da noch Mitglied?" Sätze wie diese hören queere religiöse Menschen immer wieder. Von beiden Seiten. Sie erleben oft, dass sie sich entscheiden müssten: entweder ihr Glaube oder ihre Identität. Als wäre beides nicht vereinbar.
Aber es gibt sie doch: Menschen, die beides leben. Die beten und lieben. Die trans* sind und Torah lesen. Die als lesbisches Paar in der Moschee willkommen sind. Die ihren Glauben nicht trotz, sondern mit ihrer queeren Identität leben.
Die Ausstellung „This is me – queer und religiös?" gibt diesen Menschen Raum und Gesicht. Fotografin Ceren Saner porträtiert Menschen aus Judentum, Christentum, Islam und Buddhismus – Menschen, die zeigen: Gott liebt mich, so wie ich bin.
Gerade in St. Georg, wo religiöse Vielfalt und queeres Leben so nah beieinander existieren, wird unsere Dreieinigkeitskirche sechs Wochen lang zu einem Ort der Begegnung.
Wir laden herzlich zur Vernissage am 25. Mai um 18 Uhr ein, wo wir unter andere die Fotografin der Ausstellung Ceren Saner und Präses unserer Synode Anja Fährmann zu Gast haben.
Außerdem im Rahmenprogramm:
Mittwoch, 10. Juni um 19 Uhr: Interreligiöse Podiumsdiskussion
Populistische Stimmen zum Thema Queerness und Religion sind oft laut und schrill. Diese Veranstaltung soll anders sein. Wir wollen einen wissenschaftlichen Blick auf das Thema gewinnen. Dazu haben wir drei hochkarätige Fachleute eingeladen: Prof. Ali Ghandour von der Uni Hamburg, Helene Braun von Kheset Deutschland und Sonja Thomaier von der Uni Hildesheim. Sie geben uns tiefergehende Einblicke in den Umgang mit dem Thema Queer in Islam, Juden- und Christentum. Nach Impulsreferaten ist das Publikum zur Diskussion eingeladen.
Freitag, 19. Juni um 19 Uhr: Gespräch und Lesung mit Julia Monro
„Einfach selbst bestimmt - Lebensrealitäten jenseits der Geschlechternormen“
Julia Monro ist Autorin, Aktivistin und eine der profiliertesten Stimmen für geschlechtliche Vielfalt in Deutschland. Sie ist auch eine der Protagonistinnen der Ausstellung „queer und religiös“. Als Transfrau engagiert sie sich seit Jahren in Aufklärungs-, Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit und berät Medien, Politik und Institutionen zu LSBTI-Themen. Im Rahmen dieses Abends wird Julia Monro das von ihr mit herausgegebenem Buch „Einfach selbst bestimmt“ vorstellen. Im Gespräch geht es auch um persönliche Erfahrungen, theologische Fragen und gesellschaftliche Herausforderungen im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt. Ein Abend für Austausch, Reflexion und offene Gespräche über Identität, Glaube und Menschlichkeit.
Freitag, 24. Juni 2026, 19 Uhr: Forschungsabend - Queer und Religiös
Stärkt oder hemmt Glaube? Eine Befragung und persönliche Antworten
Gemeinsam mit Studierenden der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie entsteht eine quantitative Befragung unter queeren Studierenden:
Welche Rolle spielt Religion im Leben queerer Menschen – als Kraftquelle oder als Hindernis?
An diesem Abend stellen wir erste Ergebnisse vor und gehen ins direkte Gespräch. Unsere Gäste auf dem Podium beantworten live und ganz offen persönliche und biografische Fragen aus dem Fragebogen und geben so Einblick in die Forschung.
Die Leitung haben Dirk Ahrens und Lukas Brinkmann von der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie in Hamburg.
Die Ausstellung verabschieden wir mit unserem Sommerkonzert am Samstag, 04.Juli um 19 Uhr mit dem Titel: „Frei sein“ - Messe C-Dur von Beethoven und Gloria von Poulenc.
Führungen für Gruppen können angefragt werden.
Die Ausstellung ist samstags von 12-14 Uhr geöffnet.
Weitere Öffnungszeiten werden noch veröffentlicht.
